Aus dem Spanischen von Clementine Kügler. Er hat zahlreiche Romane geschrieben, viele Essays und Artikel verfasst - Mario Vargas Llosa zählt zu den erfolgreichsten Schriftstellern unserer Zeit. Wie ein guter Roman entsteht und welches Handwerkszeug der Autor beherrschen muss, beschreibt er unterhaltsam und äußerst kenntnisreich in diesem Buch. Große Romane, wie "Madame Bovary", "Moby Dick", "Don Quijote", führt er als Beispiele an, tut das, was, wie er selbst sagt, nicht erlaubt ist: sie auseinandernehmen, zerstückeln, sie in Raum, Zeit, Erzählerfiguren zergliedern. Um schließlich zu dem zurückzukehren, was den guten Roman ausmacht: seine Überzeugungskraft, die nicht zuletzt durch die Leidenschaft, die Hingabe des Schriftstellers zu erreichen ist.
Dieses Büchlein ist "Pflichtlektüre für alle, die berufsmäßig mit Literatur zu tun haben, und es ist ein Vergnügen für die, die an der Literatur Anteil nehmen", ruft Rezensent Franz Schuh. Geschrieben habe es Vargas Llosa in der Form von Briefen an einen Eleven. Diesem erkläre der Autor, wie man liest und schreibt, das "Rätsel der Kreativität" werde allerdings auch hier nicht enthüllt. Besonderes Vergnügen haben dem Rezensenten die Nacherzählungen verschiedener Romane bereitet. Denn Vargas Llosa gebe nicht einfach nur den Plot etwa von Celines "Reise ans Ende der Nacht" wieder, sondern erzähle auch von den "Wirkungen, die erlesene Bücher auf ihn gehabt haben". Nur Vargas Llosas Vorstellung, was einen guten Roman ausmacht, kann Schuh nicht teilen. Für den Autor muss ein Roman dem Leser das Gefühl geben, nicht zu lesen, sondern eine Geschichte zu erleben. Damit jedoch, meint Schuh, wäre die Literatur "auf die Rolle der Illusionsbeschaffung" beschränkt.
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