Aus dem Englischen von Elisabeth Liebl. Im 20. Jahrhundert unterstützten zahlreiche Intellektuelle totalitäre Regime. Wie aber konnten Schriftsteller und Philosophen die Hitlers und Stalins fördern und menschliches Leid billigen? Mark Lillas Fallanalysen von Heidegger, Foucault, Derrida u.a. gehen der Frage nach, wie große Denker zu Philotyrannen werden und finden die Ursache in einer allzumenschlichen Passion: der Faszination der Stärke.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2015
Spannung und Erkenntnis bekommt Martin Meyer mit dem Buch des Philosophen Mark Lilla. Wenn Lilla in, wie Meyer findet, repräsentativer wie schlagender Auswahl die Kluft zwischen intellektueller Potenz und moralischer Verfehlung vermisst, gehen dem Rezensenten Verwandtschaften auf, Kopfgeburten des Radikalismus und Beweggründe. Fast widerspruchslos lässt er sich vom Autor die schmutzige Moral eines Heidegger, Jasper oder Alexandre Kojève auseinandersetzen, links- oder rechtsorientierte Regimegläubigkeiten, eine Agenda der Peinlichkeiten, meint er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2015
Stephan Sattler fragt sich, was eine Veröffentlichung dieses Buches 14 Jahre nach seinem Erscheinen im amerikanischen Original rechtfertigt und kommt zu dem Schluss, dass die versammelten Aufsätze des Ideengeschichtlers Mark Lilla über Martin Heidegger, Hannah Arendt, Karl Jaspers, Carl Schmitt, Walter Benjamin, Alexandre Kojève, Michel Foucault und Jacques Derrida eine durchaus andere, nichteuropäische Perspektive auf die europäischen Meisterdenker bietet. Dass der Autor vor den Missverständnissen und den politischen Fehlschlüssen der genannten Denker nicht Halt macht, sondern ihr politisches Abenteuertum in all seinen positiven wie negativen Facetten beleuchtet und das Kippen der Utopie in die Despotie nachzeichnet, scheint Sattler bemerkenswert.
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