Unter Mitarbeit von Sümeyye Demir. Auf der Basis qualitativer Interviewdaten legt Florian Kreutzer alltägliche Praktiken rassistischer Diskriminierung, des Doing Race and Racial Othering offen - und ebenso die Praktiken und Möglichkeiten des Undoing Race, des Durchkreuzens, Unterlaufens, Überwindens und Ungeschehen-Machens der rassistischen Produktion von Andersheit. Die Erzählungen verschleierter Frauen machen deutlich, dass sie sich in ihrer Art und Weise, Familie und Beruf zu vereinbaren, nicht wesentlich von anderen Frauen unterscheiden. Die rassistische Produktion von Andersheit wird so als eine soziale Praxis und strukturelle Dimension moderner Gesellschaften erkennbar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.06.2015
Dirk Pilz konzentriert sich in seiner Besprechung darauf, die zentralen Thesen des Soziologen Florian Kreutzer zum Alltagsrassismus nachzuzeichnen. Dessen Überwindung halte der Autor für eine politische Utopie, berichtet Pilz, und zwar "mit guten Gründen und vollem Recht", denn Rassismus bilde in Wirklichkeit die Regel und keine Ausnahme. Der Rezensent folgt Kreutzer in dessen Überlegungen zu den Ursachen von Ausgrenzung sowie in der Annahme, Rassismus sei keine Verfehlung einzelner, sondern vielmehr strukturell bedingt. Anhand von Kreutzers Interviews mit kopftuchtragenden Frauen in Deutschland zeige sich laut Pilz: Unsere Gesellschaft lasse oft nur die Wahl "zwischen Assimilation oder Ausgrenzung" und folge somit - in Kreutzers Worten - einem "kolonialen Muster". Zu einer dezidierten Wertung gelangt Pilz erst in seinem letzten Satz, in dem er dem Buch eine breite Leserschaft wünscht.
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