Martin Seel hat zunächst viel übrig für die Kritik der Autorin an Bernard Williams Verdikt der Bescheidenheit für die Moralphilosophie. Sie behauptet demgegenüber, dass Moraltheorie, so Seel, schließlich kein starres Regelsystem sondern eine Entwicklung und Begründung moralischer Urteile ist, das abzugeben Ethikphilosophen sich ruhig wieder trauen sollten. Soweit will Martin Sell ihr durchaus folgen. Aber verärgert gibt er dort auf, wo ihre gouvernantenhaften Ratschäge-für alles-und-jedes der Gefahr des "moralisierenden Kitsches" erliegen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.07.2000
Der Passagen-Verlag veröffentlicht eine Vorlesung der Autorin von 1997 in Buchform - und zwar lieblos, wie der Rezensent (Kürzel lx) i einer Kurzkritik feststellt. Der Vortrag selbst präzisiere Nussbaums andernorts veröffentlichte Thesen zum Nutzen der Theorie auf dem Gebiet der Moral. Erneut erweise sie sich als "linke Aristotelikerin", die für die Werte der Aufklärung streite.
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