Aus dem Englischen von Norbert Hofmann. Ihre Reportagen auch in Friedenszeiten sind Klassiker des Genres, sie waren erhellend und getrieben von einer moralischen Empörung über die Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten, die von nationalen und Profitinteressen in Kauf genommen wurden. Natürlich waren ihre Urteile nach den Maßstäben des konservativ-bürgerlichen Meinungsjournalismus unausgewogen und ungerecht, und natürlich wusste sie das, aber schließlich war Martha Gellhorn auch eine streitbare Person, die sich einmischte.
Rezensentin Marlen Hobrack ist nach der Lektüre des Reportagebands von Martha Gellhorn, der Arbeiten aus den Jahren von 1960 bis 1987 umfasst, stark beeindruckt: Die launigen Urteile der Journalistin erweisen sich ihr zufolge aus heutiger Sicht als erstaunlich treffsicher. So klagte Gellhorn etwa einige Jahre vor der 68er-Bewegung die mangelnde Aufarbeitung der deutschen Schuld an, staunt Hobrack. Auch wenn die Kritikerin Gellhorns Bericht aus einem palästinensischen Flüchtlingslager fragwürdig findet, bescheinigt sie ihr insgesamt eine "bemerkenswerte Klarheit" beim Eintreten für die Schwachen, die sie auch heute noch für vorbildlich hält.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…