Die Anpassungsfähigkeit des Menschen scheint unbestreitbar, aber er ist körperlich und psychisch weniger stabil, als man denkt. Warum werden wir krank, warum altern wir? Warum sind wir häufig so unzureichend an unsere Umwelt angepasst? Martin Brüne sucht nach den evolutionären Ursachen unseres fehlerhaften Designs. Anschaulich erzählt der Psychiater und Neurologe vom evolutionären Werdegang des Homo sapiens - von seinem Ursprung vor vermutlich 300.000 Jahren bis in die Gegenwart. Dabei zeigt er, wie wir Menschen uns mit Steinzeitgehirnen in einer modernen Umwelt zurechtfinden müssen, wie unsere biologische Evolution nur mühsam mit den rasanten kulturellen Entwicklungen Schritt halten kann und welche Probleme uns dabei begegnen. 300.000 Jahre evolutionärer Anpassung und dennoch hat die Natur nicht alles zum Besten eingerichtet. Wir haben überlebt, doch unsere körperlichen und psychischen Gebrechen sind leider nicht ausgestorben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2021
Rezensent Kurt Kotrschal zeigt sich enttäuscht von Martin Brünes Buch über die Spannungen zwischen Evolutionstheorie und Wissenschaft. Der "schmissige" Ton stört ihn, nicht zuletzt, weil dahinter falsche Daten, Ungenauigkeiten und Oberflächlichkeiten stecken, wie der Rezensent herausarbeitet. Einige Mängel im Text sind laut Kotrschal dazu angetan, das Buch als "biologistisch" abzutun, was es seiner Meinung nicht ist. Andere Ausführungen über die Evolution im Buch erscheinen ihm überholt, dafür fehlen wichtige Themenkomplexe, wie die "sozio-sexuellen Strategien der Geschlechter", stellt Kotrschal fest. Und eine Idee, wie der Mensch mit Herausforderungen wie dem Klimwandel fertigwerden soll, hat der Autor auch nicht, kritisiert der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.09.2020
Rezensent Volkart Wildermuth bedauert, dass Martin Brüne in seinem Buch zwar interessante Zusammenhänge anspricht, wenn er menschliche Eigenheiten und Anfälligkeiten aus der Evolutionsgeschichte zu erklären versucht, dabei aber vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt, statt tiefere Einsichten zu vermitteln. Der Gewinn und die Unterhaltsamkeit des Buches wird für Wildermuth immer wieder getrübt, wenn der Autor zu viel Smalltalk-Stoff bietet, zu viele emsig zusammengetragene Fakten und Überzeugungen und keinen originellen eigenen Ansatz. Wenn Brüne Magersucht gar als lebensstrategische Hemmung der Menstruation deutet und das Leid der Patientinnen außer Acht lässt, wird der Rezensent richtig böse.
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