Bearbeitet von Stephen E. Buckwalter. Die Jahre 1529 bis 1541 gehören zu den bewegtesten und bewegendsten in Martin Bucers abendmahlstheologischem Wirken. Zehn relativ unbekannte und von der Forschung bisher vernachlässigte Schriften des Straßburger Reformators, die zur Beurteilung seiner Theologie und zum besseren Verständnis des innerreformatorischen Abendmahlsstreits unentbehrlich sind, werden im vorliegenden Band erstmals gesammelt, kritisch ediert und kommentiert. Sie zeichnen das Bild eines Theologen, der die Versöhnung zwischen Wittenberger und oberdeutsch-schweizerischen Positionen unablässig suchte, obwohl dieses Streben ihm oft Ablehnung und Feindschaft von sowohl lutherischer als auch zwinglianischer Seite einbrachte. Die in diesem Band gesammelten Schriften gewähren Einblick in die Beweglichkeit und Vielschichtigkeit des Denkens Bucers und bieten gerade aufgrund ihrer unterschiedlichen Entstehungsumstände und Adressatenkreise ein wertvolles, abgerundetes Bild seiner Abendmahlstheologie. Auch im Blick auf die bi- und multilateralen ökumenischen Gespräche der Gegenwart sind Überlegungen, die Martin Bucer in bezug auf das Herrenmahl vorgetragen hat, von bleibender Aktualität.
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
Manches liest man, weil man es nicht versteht. Man liest es noch einmal in der Hoffnung, es jetzt doch zu verstehen. Am Ende legt man es beiseite und hat nicht das Gefühl, nein, man weiß, dass man es weniger versteht als zuvor. Martin Bucers Abendmahlsschriften aus den Jahren 1529 bis 1541 gehören eindeutig in diese Kategorie. Wer sie liest in der Hoffnung, er wisse danach besser Bescheid, worum der Streit damals ging - vielleicht gar mit dem Hintergedanken, ein klitzekleinwenig auch besser zu verstehen, worum der Streit heute (man betrachte nur die jüngsten Ausführungen des Papstes dazu im Osservatore Romano) geht -, der wird enttäuscht werden. Der Abendmahlsstreit und der Fanatismus, mit dem er immer wieder einhergeht, gehört zu den Rätseln des Abendlandes. Der Leser aber wird fasziniert sein von dem Geschick, mit dem Martin Bucer versucht, den Fallstricken, die die Kollision von Verstand und Überlieferung jedem aufmerksamen Leser legt, zu entgehen... Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
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