Eine Verteidigung des Romans, der Kunst und des Denkens gegen alle Moden des Zeitgeistes.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2006
Eine große Bewunderung spricht aus Martin Zinggs Besprechung dieses Essaybandes. Gewissermaßen leitmotivisch wird auf die "unaufdringliche" Noblesse von Martin Mosebachs Stil verwiesen, der umfassendes Wissen und weit reichende intellektuelle Neugier spielerisch zu verbergen versteht. Ein weiteres Kunststück Mosebachs sei der Überraschungseffekt, einerseits durch seinen erstaunlich "aktuellen" Blick auf die vermeintlich jenseitigen Klassiker, andererseits durch kühne Vergleiche beispielsweise zwischen Rüpeleien in Kleists "Penthesilea" und Shakespeares "Sommernachtstraum". Und wenn dann noch die unzeitgemäße Frage als Titel auftaucht: "Was ist katholische Literatur", dann sei man als Leser vollends irritiert und zugleich beglückt. Denn Martin Mosebach, so der Rezensent, gehe es auch hier um Dinge, die man nie erraten hätte, und die er mitnichten einfach so beantworte.
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