Die DDR gibt es nicht mehr, aber im Gedächtnis lebt sie weiter, als Schreckensort einer Diktatur, in "ostalgischer" Verklärung und vor allem in Erinnerung an die Mühen um ein aufrechtes Leben in gedrückten Verhältnissen. Fünfzig Publizisten und Zeithistoriker präsentieren die wichtigsten Bezugspunkte der Erinnerung an ein untergegangenes Land.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2010
Rezensent Cord Aschenbrenner schätzt diesen Sammelband zu "Erinnerungsorten der DDR", den der Zeithistoriker Martin Sabrow herausgegeben hat. Die 49 Beiträge des Bandes, der ihn ein wenig wie ein Gedenkbuch über die DDR anmutet, sind in seinen Augen sehr unterschiedlich ausgefallen: subjektiv, wissenschaftlich distanziert, trocken, originell, vergnüglich. Mit Lob bedenkt er die einfühlsame und inspirierende Einführung des Herausgebers. Der Band lässt sich seines Erachtens auch wie ein "unkonventionelles Nachschlagewerk" benutzen. Er hebt u.a. die Beiträge zum "Stasi-Knast" Bautzen, zur Partei, zur Zensur, zur Kinderkrippe, zur Ostsee und zum Westpaket hervor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2009
Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen wird die DDR nach Meinung des Rezensenten Klaus-Dietmar Henke vor allem als glücklich überwundener, funktionsuntüchtiger Staat bleiben. So sachkundig die Autoren des von Martin Sabrow herausgegebenen Bandes auch ans Werks gehen und ihre Erinnerungstücke (von Blauhemd bis Puhdys) ausstellen. Henke mag sich nicht vorstellen, dass für den Leser (Ost oder West, gleichwie) dabei mehr herausspringt, als nostalgische bis mulmige Reminiszenzen. Mindestens kühn findet er die in derartiger Hochstilisierung mitschwingende Behauptung, die so verhandelten 40 Jahre DDR prägten bis dato das Denken und die Mentalität auch der Westdeutschen. So fein er einige der gedächtnisgeschichtlichen Miniaturen auch findet, den mit diesem Band offenbar anvisierten Kampfplatz der Erinnerung kann Henke beim besten Willen nicht erkennen.
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