Der Kunst der Gegenwart wird oft unterstellt, dass sie ihre Existenz bestimmten Theorien verdanke und von sich aus keine unmittelbare ästhetische Wirkung hervorbringe. Hätten diese Stimmen Recht, müsste es genügen, die theoretischen Debatten über die Kunst zu verfolgen - auf die Auseinandersetzung mit den Werken könnte man getrost verzichten. Gegen eine solche Verkürzung erhebt Martin Seel Einspruch und setzt ihr den Entwurf einer Ästhetik entgegen, die auf der einzigartigen Erscheinung der Kunstwerke besteht.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 19.10.2000
Gerhard Gramms Rezension ist etwas für Kenner. Wer sich nicht näher mit ästhetischer Theorie beschäftigt hat, wird ihm nur mit Mühe folgen können. Dabei möchte man es ja, lockt er doch mit der Ankündigung, Seel behandele in seinem Buch "die Kunst der Wahrnehmung und die Wahrnehmung der Kunst". Augenscheinlich teilt Gramm nicht im Einzelnen Seels Antworten, aber ein Satz ist recht verständlich und der macht Lust: "Es ist kein geringer ästhetischer Genuss, in Seels lebendiger Darstellung der schrittweisen Verfertigung eines philosophischen Begriffs (der Kunst) zuzusehen, zumal der Autor die Unterscheidungen, die er dazu einführt, durch zahlreiche Beispiele und Vergleiche anschaulich macht."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2000
Der Philosoph Martin Seel strebt in seinem neuen Buch zu einer ?Transzendenz in der Immanenz?, wenn er die ästhetische Erfahrung, die Fülle visueller Eindrücke, als Eindringen in die Realität beschreibt, so Ludger Heidbrink in seiner Besprechung für Liebhaber transzendentalphilosophischer Sprache. Er liest das Buch als ?zeitgenössische Kulturkritik?, was man ihm glauben, aber nicht nachvollziehen kann, weil unklar bleibt, ob Big-Brother-Kucken für Seel nicht zur ästhetischen Erfahrung gehört und welchen Realitätsbegriff er hat. Wirklich begeistert ist Heidbrink nicht, weil Seel die aus dem Schauen möglicherweise resultierende innere Bilderflut raus- und an der Unbestimmtheit des Schauens festhält.
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