Martin Urban

Ach Gott, die Kirche!

Protestantischer Fundamentalismus und 500 Jahre Reformation
Cover: Ach Gott, die Kirche!
dtv, München 2016
ISBN 9783423261180
Kartoniert, 272 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Ein Auftakt zu 500 Jahre Reformation Die Austrittszahlen steigen seit Jahren und sprechen für sich: Der Kirche laufen die Menschen davon. Und daran, so Urban, ist die evangelische Kirche auch selbst schuld: Sie hat vergessen, dass sie eine Kirche der Aufklärung ist. Stattdessen wird sie immer konservativer und fundamentalistischer. Immer mehr Intellektuelle kehren ihr den Rücken, womit jeglicher intelligente Dialog verloren geht. Doch nicht nur die Protestanten bekommen ihr Fett ab, Urban rechnet mit den Kirchenoberen beider großen Konfessionen in Deutschland ab. Er entlarvt die Rückwärtsgewandten und die Evangelikalen weltweit und beschreibt deren Einfluss bis in die höchsten Kreise der Politik. Anhand vieler Beispiele und Zitate zeigt er auf, wie weltfremd und hanebüchen sich Kirchenvertreter oft verhalten, und ruft zu ideologischer Selbstkritik auf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2016

Ach Herrje, seufzt auch Rezensentin Heike Schmoll nach Martin Urbans Kritik am protestantischen Fundamentalismus . Nicht nur, weil Urban immer wieder zur Überheblichkeit neigt, etwa wenn er "schlichtere Gemüter" über Aberglauben und neueste Erkenntnisse der Hirnforschung und der Naturwissenschaften aufkären will, sondern auch, weil der Autor die theologie- und ideengeschichtlichen Diskurse der letzen Jahrzehnte schlichtweg übergeht, schreibt die Kritikerin. Immerhin, seine Diagnose einer "Banalisierung des Glaubens" scheint Schmoll überzeugend, dennoch erscheint ihr das Buch in seiner Argumentation "naiv". Und ein strenges Lektorat hätte auch nicht geschadet, moniert die Rezensentin mit Blick auf sachliche Fehler.
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