Aus dem Amerikanischen von Mirko Bonné. Zwei Frauen erzählen einander alles, was sie bewegt: Sie sprechen über Freundschaft und Liebe, über die Schönheit des Alltäglichen, die Einsamkeit und die Anonymität der Großstadt. Doch wer ist Annabel Lee, die Freundin der Ich-Erzählerin, eigentlich? Ist es ihre Geliebte? Oder doch nur eine japanische Porzellanfigur, benannt nach der Heldin des schwermütigen Gedichts von Edgar Allan Poe? Oder handelt es sich am Ende um ein Selbstgespräch?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.07.2021
Auch mit ihrem zweiten Buch hält Mary McLane die Rezensentin Angela Schader in ihrem Bann, auch wenn die amerikanische Autorin darin radikal mit ihrem furiosen Erstling "Ich erwarte die Ankunft des Teufels" breche, der hundertzwanzig Jahre nach seinem Erscheinen auch auf Deutsch herauskam. In "Meine Freundin Annabel Lee" zeigt sich McLane weniger rebellisch und exuberant, erklärt Schader, vielmehr gebe sie hier einer fundamentalen Einsamkeit Ausdruck, die auch ihr früher Ruhm nicht lindern konnte: Annabel Lee ist eine Porzellanfigurine, Gegenüber und Selbstprojektion zugleich, eine "Advokatin der Bitternis", mit der sich die Erzählerin intellektuelle und emotionale Scharmützel liefert. Rezensentin Schader findet in diesem Buch keine durchgehende Handlung, vermisst sie aber auch nicht angesichts dieser lose verbundene Reihe von extravaganten Streiflichtern, poetischen Denkstücken und "Bildern von magischer Schönheit".
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