Aus dem Finnischen von Maximilian Murmann. Jungen lassen im finnischen Wald einen Staat mit Grenzen, Gesetzen und einer Armee erstehen - Matara. Sie patrouillieren, tragen Schwerter, führen Krieg und haben Gesetze. Zwei Brüder verbringen ihren Sommer in dieser selbst erschaffenen und doch so realen Welt. Wir Leser werden in die Kindheit zurückführt und spüren wieder, wie groß und unendlich alles war."Er bewegte sich in einem Bogen über den Bewuchs, der nackte und schmutzige Fuß, selbstbestimmt und losgelöst von dem kleinen Bruder, den es fast nicht gab … das strohblonde Haar, das Gesicht verkratzt und mit Kohle geschwärzt, zu ernst für einen Jungen, seine Art, den Kopf zu drehen und zu lauschen, wie ein Vogel. Vor ihm blieb der große Bruder mitten im Schritt stehen und horchte..."
Was passiert, wenn Kinder mitten im finnischen Wald, ohne Eingriff von Erwachsenen, einen eigenen Staat gründen? Die spannende Antwort kann Rezensentin Bettina Baltschev in Matias Riikonens Romandystopie nachlesen: "Matara" heißt dieses Experiment, das an "Herr der Fliegen" erinnert und von einer Gruppe Jungen gegründet wird, keiner älter als 14. Schnell wird der Rezensentin deutlich, dass sich im Kleinen das Große, im Kinderstaat das Weltgeschehen spiegelt: Dass die Matarer einen Angriffskrieg auf die benachbarte Gruppe der Kermen anzettelt, ist für sie doch eine ziemlich deutliche Russland-Referenz, außerdem grüßen Staatstheorien von Thomas Hobbes und Platon. Die Sprache Riikonens, übersetzt von Maximilian Murmann, findet sie elegant, und, ganz ohne moralischen Zeigefinger, ergibt sich hier eine "eindrucksvolle Dystopie" in der Kinder zwischen idealem Staat und Kampf schwanken.
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