Johan Harstad

Unter dem Pflaster liegt der Strand

Roman
Cover: Unter dem Pflaster liegt der Strand
Claassen Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783546101066
Gebunden, 1152 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Ingmar Olsen nimmt in Warschau an einer Konferenz zum Thema Atommüll teil, als ein ihm  unbekannter Amerikaner auf ihn zukommt und beginnt, ihn über seine Jugendzeit in Norwegen auszufragen, über die er längst mehr zu wissen scheint. Kurz darauf erhält Ingmar einen Anruf von seinem Jugendfreund Jonatan, der sich nach fast 20 Jahren von einem Containerschiff meldet, um etwas zu besprechen, mit dem Ingmar vor Langem abgeschlossen hat. Der Freund und der Fremde bringen Ingmar dazu, über seine damalige Clique nachzudenken, was sie zusammenhielt und auseinandertrieb und mit deren einzigem weiblichen Mitglied Ebba Ingmar bis heute eine große Liebe verbindet.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 17.05.2025

Ein Buch, das viele interessante Ansätze enthält, aber sich am Ende nicht rund anfühlt, hat Johan Harstad laut Undine Fuchs geschrieben. Der Roman dreht sich um Ingmar Olsen, der, in Norwegen aufgewachsen, nun in Finnland lebt und als Kernphysiker arbeitet - die Passagen, die dieser recht obskuren Tätigkeit gewidmet sind, gefallen Fuchs gut. Ein Anruf eines Jugendfreundes bringt ein mysteriöses Artefakt ins Spiel, das jedem, der es berührt, erlaubt, in die eigene Zukunft zu blicken, die Haupthandlung entfaltet sich dann als Rückblende in die Jugend Olsens, als er und einige Freunde dem Artefakt das erste Mal begegnet waren. Ausgerechnet dieser umfangreichste Erzählstrang vermag die Rezensentin nicht so recht zu überzeugen, sie liest da vor allem altbekannte Coming-of-Age-Klischees. Die diversen Nebenhandlungen, die Harstad um die Jugenderzählung herum gruppiert, sind zwar fast durchweg interessanter, aber insgesamt passt das für Fuchs alles nicht so recht zusammen, vieles bleibt unklar, etwa auch ein möglicher Zusammenhang von Atomenergie und dem merkwürdigen Artefakt. Schade, schließt Fuchs, denn erzählen kann Harstad zweifellos.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2025

Einen 1200-seitigen, detailreichen Text über Freundschaft, Erinnerungen und die Faszination der Atomkraft legt Johan Harstads als Roman vor, so Rezensent Matthias Hannemann. Eigentlich zum "Staubfänger des Jahres", so der Kritiker, prädestiniert, entfaltet das Buch eine interessante Handlung: Vier Jugendliche in den 1990ern entdecken einen mysteriösen Reaktor in Forus, einem Vorort von Stavanger. Jahre später holt sie ein rätselhafter Fund aus der Vergangenheit wieder ein. Harstad verwebt Coming-of-Age mit Agenten- und Wissenschaftsgeschichte, durchsetzt mit nostalgischen und fantastischen Elementen, staunt der Kritiker. Ein geheimnisvoller Gegenstand erlaubt kurze Blicke in die persönliche Zukunft - eine faszinierende Idee, lobt Hannemann, die den Roman antreibt. Trotz seiner Informationsfülle bleibt die Geschichte packend. Ein Buch für Leser mit Geduld und Sinn für epische Erzählkunst, schließt der Kritiker.

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