Bislang unbekannte Quellen geben Aufschluss über die Konstellation der Marburger Schüler von Martin Heidegger. Die Philosophen und Geisteswissenschaftler Hans-Georg Gadamer, Karl Löwith, Gerhard Krüger, Hannah Arendt, Leo Strauss, Hans Jonas, Erich Auerbach, Werner Krauss und Max Kommerell lernten sich in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kennen. In der kleinen Universitätsstadt Marburg unterzogen sie gemeinsam mit ihren Lehrern Martin Heidegger und Rudolf Bultmann die tradierten Wahrheiten der Philosophie und Theologie einer kritischen Revision.Aus dem Inhalt:Matthias Bormuth: Ereignis und Geschichte Karl Löwith kritisiert Martin HeideggerCarsten Dutt: Hans-Georg Gadamer und Martin Heidegger.Das erste JahrzehntUlrich von Bülow: 'Wir leben in recht verschiedenen Welt- und Lufträumen'. Max Kommerell im Gespräch mit Hans Georg GadamerMartin Vialon: Geschichte, Verstehen und Eschatologie bei Erich Auerbach und Rudolf BultmannMartin Elsky: Erich Auerbach: Nationalität, Identität, Religion: Figurale Deutung, Judentum und ein Blick zurück auf die deutsch-liberale Bibelhermeneutik 'Was ist verlässlich im Leben?'.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.01.2009
Eingenommen zeigt sich Jürgen Busche von diesen Band über Hans-Georg Gadamer, Martin Heidegger und die Marburger Hermeneutik, den Matthias Bormuth und Ulrich von Bülow herausgegeben haben. Er hebt hervor, dass die Erforschung der Geistesgeschichte einzelner Orte und ihrer jeweiligen Konzentration von großen Köpfen momentan Konjunktur hat. Neben Arbeiten zu Stuttgart, Frankfurt und Bad Homburg nennt er in diesem Zusammenhang die "reizvolle" Studie über Tübingen, die der Philosoph Dieter Henrich vorgelgt hat. Nun also Marburg. Zwar findet Busche den Titel "Marburger Hermeneutik zwischen Tradition und Krise" etwas irreführend. Eine allgemeinen Krise der Marburger Hermeneutik sieht er nämlich nicht. Aber nichtsdestoweniger hält er den Band für "unbedingt lesenswert". Ausführlich berichtet er über die Marburger Konstellation, das Zusammentreffen von Rudolf Bultmann und Heidegger, Erich Auerbach, Werner Krauss, Karl Löwith, Hanna Arendt und andere. Besonders geht er auf die Freundschaft zwischen Gadamer und Heidegger ein, deren Beginn keineswegs glücklich gewesen sei.
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