Aus dem Niederländischen von Annette Wunschel. Integration im Zeitalter superdiverser Gesellschaften Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit haben so viele Leute aus so verschiedenen Regionen der Erde so eng in großen Städten zusammengelebt wie heute. Diese "Superdiversität" verändert zunehmend unsere Stadtviertel: Die alte Mehrheit hört auf, in der Mehrheit zu sein, und wird zu einer Minderheit unter anderen Minderheiten. Wie aber gehen Menschen ohne Migrationshintergrund mit dieser Situation um? In ihrer Untersuchung kommen Maurice Crul und Frans Lelie zu verblüffenden Ergebnissen: Egal, ob Menschen eine positive oder negative Meinung über Diversität und Migration haben längst nehmen sie Teil an gemeinsamen Praktiken, aus denen ersichtlich wird, wie man in einer superdiversen Umgebung gut zusammenleben kann.
Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen, findet Rezensentin Yiling Pan. Maurice Crul und Frans Lelie, beides Soziologen, beschäftigen sich darin mit urbanen Räumen, in denen eine Mehrheit von Minderheiten miteinander lebt - wie etwa in Frankfurt oder Amsterdam. Die Superdiversität des Titels bezieht sich dabei nicht nur auf ethnische, sondern zum Beispiel auch auf religiöse und soziale Vielfalt. Die Autoren zeigen auf, dass Menschen sich nicht konsistent zu ihren Einstellungen verhalten, wenn es um Migration geht. Migrationsgegner machen oft positive Erfahrungen mit migrantischen Nachbarn, linke Migrationsfreunde ziehen sich in ihre eigene nichtmigrantische Bubble zurück. Tatsächlich kommen Leute mit niedrigem Bildungsgrad, die oft keine Fans von Vielfalt sind, mit vielfältigen Lebensumgebungen oft ziemlich gut zurecht, liest Pan. Crul und Lelie plädieren für eine pragmatische Herangehensweise, erklärt er - letztlich wollen alle Menschen in Frieden beisammen leben. Nicht alles, was Pan hier über Migration liest, ist bahnbrechend neu, und manchmal unterschätzen die Autoren, wenn man etwa an aktuelle Entwicklungen in den superdiversen USA denkt, das Aggressionspotential von vermeintlich Abgehängten, denkt sich der Kritiker. Dennoch findet er in dem Buch kluge Gedanken zum Leben in einer auch in Zukunft unvermeidlich von Migration geprägten Gesellschaft.
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