Das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen, Alltagserfahrungen der kleinen Missverständnisse, sprachliche Verwirrungen, und die Begegnung mit "kleinen" Dingen aus dem Alltag eines "neuen Landes" wie Joghurt führen zu überraschenden Erkenntnissen
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.06.2017
Vergnügt hat Rezensent Burkhard Müller die unter dem Titel "Akzentfrei" erschienenen Gedichte und Essays der deutsch-japanischen Autorin Yoko Tawada gelesen. Tawada lauscht der deutschen Sprache erstaunlich erfrischende Eigenheiten ab, meint der Kritiker, der schmunzeln muss, wenn die Autorin ihm erklärt, dass das Seepferdchen auf Japanisch als "verlorenes Kind des Drachens" bezeichnet wird. Überhaupt lernt Müller in diesen wunderbar leichten Texten, wie poetisch Akzente sein können. Interessiert folgt der Rezensent außerdem Tawadas Gedanken zur Lyrik Paul Celans und Ernst Jandls.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2016
Rezensentin Lerke von Saalfeld schätzt Yoko Tawada für ihre Wortzertrümmerungs- und Worterfindungslust und den Sog ihrer Sprache, der sich die Autorin selbst überlässt. In Tawadas schmalem Essayband entdeckt Saalfeld Assoziationen zu Joghurt und Milch und das Setzen von Sätzen. Genaues erwartet Saalfeld lieber nicht und nimmt die Verwirrung, die die Texte verursachen, ebenso gerne hin wie das Panoptikum surrealer Realitätswahrnehmung, das die Autorin mit Metamorphosen und überraschenden Sprüngen inszeniert. Auch wenn die Sprachverwandtschaften, die Tawadas Sprachkunst enthüllt, für den deutschen Leser nicht immer erkennbar sind, wie Saalfeld einräumt.
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