Übersetzt von: Helmut Dierlamm. Waldbrände und Wirbelstürme hinterlassen immer größere Schneisen der Verwüstung. Sturzbachartige Regenfälle führen zu verheerenden Fluten, von Dürren geplagte Regionen werden unfruchtbar. Der Klimawandel ist überall zu spüren. Die Folge: In den letzten zehn Jahren hat sich die weltweite Migration verdoppelt, und in den kommenden Jahrzehnten werden buchstäblich Milliarden von Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Die Journalistin Gaia Vince zeigt, wie sich durch Klimamigration unsere Versorgung mit Nahrungsmitteln, unsere Städte und unsere Politik verändern werden - und was nun zu tun ist.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.10.2023
Beklemmend und doch überzeugend findet Rezensentin Susanne Billig das neue Buch von Gaia Vince, die sich der klimabedingten Migration widmet. Waldbrände und Überschwemmungen sind bedrohlich, aber Vince ist davon überzeugt, so Billig, dass sich die Migrationsströme aus den besonders belasteten Regionen noch steuern ließen, dafür schlägt sie etwa klimafreundlichen Städtebau, Entkriminalisierung von Migration und nachhaltige Landwirtschaft vor. Für die Autorin überwiegen zudem die positiven Auswirkungen von Migration, lesen wir, zum Beispiel wirtschaftlicher Aufschwung und Perspektivenerweiterung, so ist sie überzeugt: "In uns schlummert eine nomadische Seele." Den von Vince entworfenen Hoffnungen und Plänen möchte sich die Kritikerin gerne anschließen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2023
Teils fasziniert, teils auch ein wenig kopfschüttelnd arbeitet sich Rezensentin Judith Raupp durch Gaia Vinces Zukunftsvision. Die Autorin geht in ihrem Szenario davon aus, lernen wird, dass die Erde bis zum Jahr 2100 vier Grad wärmer wird - verglichen mit der Mehrzahl der Prognosen recht pessimistisch - und dass deshalb dreieinhalb Milliarden Menschen aus ihren Heimatländern fliehen werden, die Mehrzahl von Süden nach Norden. Vince untermauert ihre Vorhersage, heißt es weiter, mit bereits einsetzenden Fluchtbewegungen und klimabedingten Problemen unter anderem in Indonesien und Florida. Die Massenmigration soll nach Vinces Meinung früh einsetzen und zentral gesteuert werden, erläutert Raupp. Damit einhergehende Ängste müssten den Menschen von den Regierungen genommen werden. Wie allerdings ein Erstarken demokratiefeindlicher Kräfte im Zuge einer solchen Unternehmung verhindert werden könnte, erfährt Raupp von Vince nicht. Auch die technikutopistische Schlagseite des Buches irritiert Raupp, etwa wenn Atomkraft und Geoengineering als mögliche Problemlösungen präsentiert werden. Dennoch ein interessantes Gedankenspiel, so das Fazit.
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