Merlin Sheldrake

Verwobenes Leben

Wie Pilze unsere Welt formen und unsere Zukunft beeinflussen
Cover: Verwobenes Leben
Ullstein Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783550201103
Gebunden, 464 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sebastian Vogel. Sie sind in der Erde, in der Luft, in unserem Körper. Pilze sind überall, aber man übersieht sie leicht. Sie halten uns am Leben, bauen Schadstoffe in der Atmosphäre ab und verändern das Verhalten von Tieren. Sie beeinflussen, wie wir Menschen fühlen und denken und sind für alle Lebensformen unverzichtbar. Sie existieren an der Grenze zwischen Leben und Tod. Der größte bekannte Pilz umfasst etwa die Größe von Zypern, wiegt 35.000 Tonnen und ist 2.000 Jahre alt. Pilze verfügen über eine eigene Intelligenz ohne zentrales Gehirn und können ihre Umwelt manipulieren. Merlin Sheldrake dringt ein in das verborgene Netzwerk der Pilze.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.11.2020

Pilze sind "kreative Chemielabore", lernt eine faszinierte Rezensentin Eva Behrendt aus diesem Buch des exzentrischen Biologen und Wissenschaftshistorikers Merlin Sheldrake. Dennoch sind sie nur wenig erforscht. Sheldrake führt ihr vor Augen, was man alles von Pilzen lernen kann und auch vom Umgang mit ihnen: Behrendt hinterfragt plötzlich unsere Definition von Intelligenz, stellt sich die Gesellschaft aus Sicht eines Pilzes vor und wird flugs zu einem "Teil des Mycels".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.11.2020

Rezensentin Sylvia Staude lernt bei Merlin Sheldrake viel über die noch weitgehend unerforschte Welt der Pilze. So berichte der Biologe, Historiker und Wissenschaftsphilosoph hier mit großer Begeisterung vom unterirdischen Signalaustausch des "wood wide web", von der Rolle von Hefepilzen beim Alkoholrausch, dem "Zustand des Fließens im Gehirn" durch halluzinogene Pilze und vom vielversprechenden Potenzial des Organismus: So könnten in Zukunft möglicherweise Heilmittel für Bienen oder biologisch abbaubare Häuser aus ihm gewonnen werden. Gleichzeitig betone Sheldrake, dass Pilze höchst eigennützige Organismen und daher nicht zu überhöhen seien, lobt Staude. Der Autor verstecke auch nicht, wieviele Fragen zum Thema (zum Beispiel nach der Intelligenz der Pilze) noch völlig offen seien - die Rezensentin bleibt neugierig zurück.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 24.10.2020

Wieland Freund lernt mit dem Mykologen Merlin Sheldrake die Vielgestaltigkeit der Pilze kennen. Von Gespensterpilzen ist da die Rede, von wandernden Hyphen und netzwerkenden Myzelien, und Freund hat einen Verdacht: Wir alle sind keine Individuen, sondern Flechten! Wie der Autor im Buch mal als Spezialist auftritt, mal als Reporter, wie er zwischen nerdigem Ton und Nature Writing pendelt und dem Leser das "wohl älteste Netzwerk der Welt" erläutert, findet Freund schlicht berauschend.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.09.2020

Rezensentin Anne Kohlick lässt sich vom Biologen Merlin Sheldrake die Welt der Mykologie und die der Pilze selbst erklären. Kohlick ist sofort entflammt für Magic Mushrooms, die LSD aussenden und Ameisen hypnotisieren, für elektrische Pilzfäden und Stinkmorcheln mit enormer Kraft. Das liegt auch an Sheldrakes Fähigkeit, komplexe Biochemie schlüssig zu ordnen und zu erläutern, populärwissenschaftlich aufzubereiten und die Möglichkeiten der Nutzung des Mycels nachvollziehbar anzupreisen, erklärt Kohlick.
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