Die Globalisierungsdebatte wird von zwei sehr unterschiedlichen Lagern geführt. Die Vertreter des Liberalismus glauben an die heilsbringende Macht der Marktordnung, die neomarxistische Seite sieht die Lösung vieler Probleme dagegen in der Befreiung von eben dieser Marktordnung. Beide Seiten werfen der jeweils anderen vor, die Wahrheit zu ignorieren. Schaut man genauer hin, fällt allerdings eine Gemeinsamkeit auf: die Verwendung religiöser Begriffe und Erzählmotive. Auch bieten beide Seiten eine Heilsgeschichte, die die Hoffung auf Erlösung und die Angst vor Zerstörung enthält. In ihrem Reden sind sie sich daher näher, als ihnen recht sein kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2008
Rezensentin Insa Schiffmann kann sich nicht für Michael Dellwings Arbeit über religiöse Rhetorik in der Globalisierungsdebatte erwärmen. Zwar scheint ihr die Ansicht des Autors, sowohl Befürworter als auch Gegner der Globalisierung hantierten mit religiös geprägten Vokabular, nicht unbedingt verkehrt. Aber für sonderlich originell hält sie etwa die Ausführungen Dellwings über die religiös-philosophischen Ursprünge des Wirtschaftsliberalismus im protestantisch-calvinistischen Denken des 18. Jahrhunderts auch nicht. Überaus skeptisch sieht sie die These, jede Rhetorik gehe auf christliches Vokabular zurück, zumal sie ihres Erachtens nicht hinreichend begründet wird. Recht verwegen findet sie auch die Auffassung Dellwings, die Globalisierungsdebatte verweise in Wahrheit auf die Apokalypse. Schließlich moniert sie die vielen sprachlichen Schludrigkeiten, Tipp- und Zeichenfehler, Wort- und Satzwiederholungen.
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