"Lieber Vati. Wie ist denn das Wetter bei Dir? Ich glaube Du wirst es nicht wissen, weil zu Dir keine Sonne und kein Regen kommt", schrieb mein Bruder Alexius am 3. März 1939 an meinen Vater ins Gefängnis. Mein Vater saß in Gestapohaft, mein Bruder und ich waren in einem Kloster untergebracht worden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2014
Andreas Wang ist erschüttert über diese Erinnerungen von Michael Kogon, zeigen sie ihm doch, in welcher Weise die sogenannte Flakhelfergeneration im Krieg für alle Zeit verletzt wurde. Die im Briefwechsel mit dem im KZ internierten Vater für den Rezensenten zunehmend sichtbare Entfremdung stimmt Wang traurig. Die Tragik besteht für ihn unter anderem in der Realitätsverleugnung durch den Vater, für den seine Kinder schließlich nur noch in der Vorstellung und als Ideal existieren. Das Buch deutet Wang nicht als Vatermord, sondern als Dokument einer zerstörten Kindheit, das stellvertretend für viele andere steht.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…