Die fünf Poetikvorlesungen von Michael Lentz legen den Bodensatz der Zwangsneurose frei, die wir Literatur nennen. Sie widmen sich Fragen des poetologischen Untergrunds, auf dem die Literatur sich bewegt. Ihr rhetorisches Ordnungsgefüge, so Lentz, verdeckt nur den Abgrund, über den sie uns führt. Wo findet sich in dieser Ordnung die Angst, fragt Lentz, wo entsteht Zauber in der Rhetorik? Was hält uns, wenn wir in den Abgrund blicken?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.01.2014
Literaturtheoretische Pflichtlektüre hat Michael Braun zu annoncieren. Die Frankfurter Poetikvorlesungen des Dichters Michael Lentz sind dem Rezensenten berückendes Zeugnis des frühromantischen Ideals von der synergetischen Verbindung von Literatur und Literaturtheorie. Und es funktioniert! Braun findet es höchst lehrreich, den entlang der klassischen Rhetorikkategorien entwickelten Ausführungen des Autors über die Entstehung von Dichtung zu folgen. Exzellent für Braun auch: Lentzens Interpretationen von Texten Jandls, Mons oder Pastiors. Allein letztere macht den Band für Braun zu einem Lektüre-Muss.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…