Im Frühjahr 2008 war die Autorin Zsuzsanna Gahse Inhaberin der 7. Chamisso-Poetikdozentur in Dresden und reflektierte in ihren »Reden für Dresden« über die Voraussetzungen und Bedingungen ihres Schreibens zwischen den Sprachen. Gahse ist eine Transmigrantin und eine »europäische Avantgardistin« (Gert Ueding); sie verknüpft, löst, übersetzt und kombiniert Sinnzusammenhänge neu - sie schreibt wider die Gewohnheiten. Die in diesem Band versammelten Vorlesungen sind eine Fortführung ihrer Wortexperimente und zugleich ein Einblick in die Gedankenwelt der Autorin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2010
Eingenommen stellt Hansjörg Graf Zsuzsanna Gahses Poetik-Vorlesungen ihrer Dresdner Chamisso-Dozentur von 2008 vor, die nun in Buchform vorliegen. Unter anderem konzentriert sich die in Budapest geborene und heute in der Schweiz lebende Autorin auf die Sprache als immerwährende Nacherzählung und Übersetzung (vielleicht auch Mashup?). Anhand der Geschichte des Marquis de Bassompierre, die sich erst bei Goethe und schließlich bei Hugo von Hofmannsthal findet, führe sie dieses Thema aus, erklärt der Rezensent. Außerdem könne man Gahse als meisterhafte Beobachterin entdecken, die ja laut Kierkegaard das "Verborgene ans Licht" zu holen hat, wie Graf darlegt.
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