"Weltinnenraum" ist Rilkes poetisches Bild für den Zusammenhang aller Dinge und Ereignisse im Universum. In seinen "Duineser Elegien" geht es um die Vergeistigung der endlichen Welt der Dinge hinein in eine zeitfreie Gestalt. Der Bezug zur östlichen Weisheitslehre, besonders zur buddhistischen Religion, liegt auf der Hand. Michael von Brück arbeitet ihn in diesem Werk über die Verbindung von Religion und Poesie heraus. Er zeigt, dass Rilke, der von der Gestalt des Buddha zutiefst berührt war, in seiner Poesie eine Erfahrung aufscheinen lässt, wonach hinter der oft leidvollen und zerrissenen Lebenswelt ein Zusammenhang erkennbar wird, der alles umfasst und dem Leben neuen Sinn gibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2016
Als Religionswissenschaftler mit den Schwerpunkten Buddhismus und Hinduismus, darüber hinaus mit Kenntnissen in moderner Musik, bildender Kunst und der Literatur Nietzsches oder Schillers bringt Michael von Brück das nötige Handwerkszeug mit, um einen erfrischenden Blick auf Rilkes "Duineser Elegien" zu werfen, verspricht Martin Kämpchen. Geradezu "orchestral" erscheint es dem Kritiker, wie Brück Rilkes "sprachmagische Kapriolen" auf ihre mächtigen Archetypen, metaphysischen Vorstellungen und historischen Hintergründe hin ausleuchtet, dabei die Rilke-Forschung präsent hat und doch dem Rätselhaften seine Möglichkeiten lässt, ohne Antworten zu erzwingen. Ein Buch, das so lange nachhallt, dass man gelegentliches "lyrisches Raunen" getrost überhören kann, schließt der Rezensent.
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