Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2005
Zufrieden zeigt sich Rezensent Wolfram Pyta mit Michaela Bachem-Rehms Studie über den Ruhrgebietskatholizismus im Kaiserreich, die insbesondere auf die Organisationsformen der katholischen Arbeiterschaft eingeht. Zwar bedauert Pyta ein wenig, dass Bachem-Rehm die kirchlich-religiösen Deutungsmuster des katholischen Milieus nur am Rande streift. Als Beitrag zur politischen Sozialgeschichte aber findet er das Buch außerordentlich bedeutend. Die Ergebnisse von Bachem-Rehms Studie versdeutlichen seines Erachtens, dass der politische Katholizismus vor allem deshalb so beachtliche Erfolge bei der Arbeiterschaft errang, weil er die soziale Frage mit geeigneten organisatorischen Mitteln energisch anging. Im weiteren berichtet Pyta über das emanzipatorische Potenzial der katholischen Arbeiterbewegung, skizziert Biografien von katholischen Arbeiterführern und würdigt die Bedeutung des Sozialkatholizismus bei der Gründung der Gewerkschaften. Im Blick auf Bachem-Rehms Arbeit hätte er sich eine "größere Aufmerksamkeit" gegenüber "kulturellen Faktoren" gewünscht.
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