Aus dem Französischen von Marcus Seibert. François Truffaut nannte Claude Sautet den "französischsten aller Regisseure"; für Romy Schneider war er der wichtigste Filmemacher ihrer Karriere, der sie zur weltberühmten Ikone machte. Zu Lebzeiten als Regisseur von Liebesbanalitäten unterschätzt, "wirkt der Gigant jetzt wie einer der letzten großen lebensklugen Erfolgsregisseure des französischen Kinos" (Dominik Graf). Sautet realisierte unter Verzicht auf alles Spektakuläre poetisch-melancholische Filme und arbeitete mit den Großen des französischen Kinos seiner Zeit: Lino Ventura, Jean-Paul Belmondo,Romy Schneider, Michel Piccoli, Yves Montand, Gérard Depardieu, Daniel Auteuil, Emmanuelle Béart.Die Gespräche, die der Sautet-Kenner Michel Boujut mit dem publikumsscheuen Regisseur geführt hat, erschließen das Werk sowie die Intentionen des Filmemachers."Die Dinge passieren nie, wie wir es erwarten. Das ist das Thema aller meiner Filme." Claude Sautet
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.07.2022
Rezensentin Bettina Hartz ist desillusioniert. Claude Sautets Gespräche mit dem Filmkritiker Michel Boujut erstaunen sie einerseits ob der Auskunftsfreudigkeit des eher scheuen Regisseurs und regen sie dazu an, die alten Filme wiederzusehen, andererseits machen sie ihr auch deutlich, wie gestrig das alles ist: Sautets Figuren, Interieurs, das ewige Rauchen und Trinken vor rauen Oberflächen. Davon steht in den Gesprächen naturgemäß nichts. Dass der Regisseur laut Hartz auch noch zweifelhafte Eigeninterpretationen seines Werks gibt, die exegetisch erst mal zu durchdringen sind, macht die Lektüre für die Rezensentin nicht unbedingt angenehmer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.07.2022
Rezensent Andreas Bernard regen die Gespräche des Kritikers Michel Boujut mit Claude Sautet dazu an, Sautets Filme anzuschauen und zu überprüfen, was Sautet hier durchaus präzise zum Besten gibt über sein Desinteresse an Plots, über den Wunsch, das Lebensgefühl seiner Figuren abzubilden, oder darüber, sich immer wieder an 1968 abzuarbeiten. Beim Lesen und Schauen stellt Bernard dann fest, dass Sautet die Zeit der Jukeboxen und Flipper konserviert hat und dass die allgegenwärtigen Gauloises in den Filmen heute wohl vom Smartphone ersetzt wurden. Für Bernard mehr als nur ein schön gestalteter Band.
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