Aus dem Französischen von Michael Bischoff.Im Jahr 1973 hat Michel Foucault an der katholischen Universität in Rio de Janeiro drei Vorträge gehalten, in denen er seiner Idee einer neuen, einer anderen geschichte der Wahrheit nachging. Ausgehend von den juristischen Praktiken und der Art, wie man über Schuld und Verantwortung unter den menschen urteilte, untersucht Foucault, wie die Gesellschaft Typen von Subjektivität definiert hat, Formen von Wissen, und damit auch die Beziehung zwischen dem Menschen und der Wahrheit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2003
Armin Adam lobt das "kundige" Nachwort von Martin Saars in diesem Band sowie, dass die hier versammelten Vorträge einer Vorlesungsreihe von Michel Foucault aus dem Jahr 1973 "flüssig" übersetzt worden seien. Vor allem aber stellt dies Buch für ihn zugleich "die beste Einführung in das Werk Michel Foucaults" dar - denn hier fasse der Autor die Forschungen der vorausliegenden, für sein Werk entscheidenden Jahre zusammen: nach "Die Ordnung der Dinge" stehe das Nachdenken über die Wahrheit, die Entstehung der Humanwissenschaften und das Verhältnis der Dinge zu den Worten "auf einem festeren Fundament", berichtet der Rezensent, "der polemische Fokus" trete "nun deutlich hervor", und die historische Forschung Foucaults ziele bereits auf eine Archäologie der Gegenwart. Die zentrale These dieser Vorlesungen gibt der Rezensent so wieder: "In den juridischen Formen der Wahrheitsfindung erhellt sich jener Wahrheitstypus, der einer Gesellschaft evident erscheint." In einem "beeindruckenden Parforce-Ritt" stürme Foucault so durch die Geschichte, fasst der Rezensent zusammen - weshalb sich diese Vorlesungen auch durch einen "stark heuristischen Charakter" auszeichnen würden.
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