Aus dem Französischen von Hella Faust. Aus dem Französischen von Hella Faust. Als im Jahr 2000 "Die Welt als Supermarkt" erschien, stellte der "Tages-Anzeiger" fest: "Den wahren Houellebecq trifft man in seinem Essayband. Der vermeintliche Nihilist und Zyniker analysiert darin die halbe Gegenwart." Nun folgt ein neuer Band mit Aufsätzen und Interviews.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2010
In seinen Romanen lässt es der stets provokationsfreudige Michel Houellebecq an großen und größeren Thesen, und seien sie auch implizit formuliert, selten fehlen. Eigentlich, denkt Wolfgang Schneider erst mal, müsste ihn das doch zum glänzenden und spannenden Essayisten prädestinieren. Leider aber ist er das, wie die Lektüre dieses Bandes dem Rezensenten verdeutlicht, dann doch nicht, oder jedenfalls nur bei eher selten aufblitzender Gelegenheit. Gewiss, die "strong opinions" bleiben vorhanden, nur hängen sie, ohne Figuren, die sie verkörpern oder auf die der Autor sie appliziert, oft sehr in der Luft. Es geht thematisch in dieser Sammlung um aus den Romanen Vertrautes, von scharfer Islamkritik bis zu noch schärferer Kritik an der eigenen konsumistischen Kältekultur. Der Bezug auf innerfranzösische Debatten hat dabei zu starken Kürzungen in der deutschen Ausgabe geführt, wie Schneider ohne großes Bedauern ausführt. Am überzeugendsten findet er Houellebecq letztlich immer dann, wenn er sich selbst als "authentischen Schmerzensmann" ins Spiel bringt.
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