Aus dem Amerikanischen von Steffen Emrich und Britta Grell. Spätestens seit seinem Klassiker "City of Quarz" gilt Mike Davis als einer der brillantesten Kritiker der US-amerikanischen Gesellschaftsentwicklung. Das Verschwinden öffentlicher Räume, ausufernde Siedlungssysteme, Segregation, soziale Verelendung, Migration und Rassismus sind die Themen, die auch in den Aufsätzen von "Casino Zombies" im Mittelpunkt stehen.
In einer recht umfangreichen Rezension bespricht Jochen Becker diesen Band, allerdings wird bei seinen Ausführungen über die gesellschaftlichen und ökologischen Zustände und Veränderungen in Las Vegas und anderen amerikanischen Örtlichkeiten nur sporadisch deutlich, ob es sich um seine eigenen Beobachtungen handelt oder um die des Autors. Den Titel jedenfalls findet der Rezensent auf den ersten Blick etwas irreführend, da sich Davis keineswegs nur mit den Spielhallen von Las Vegas beschäftigt. Vielmehr skizziert der Autor "hier ein Urban-21-Szenario in den Tönen von Heiner Müller", so Becker. Das besondere Interesse des Autors gilt dabei dem enormen Wasserverbrauch und den damit verbundenen ökologischen Folgen, die der Bau von Seen zum Wasserskilaufen, die unzähligen Pools und Rasenflächen mitten in der Wüste verursachen. Darüber hinaus interessieren den Autor nicht nur die gesellschaftlichen Schranken in Las Vegas, sondern auch die Kontaminierung des Geländes, auf dem auch Weiße ihre Häuser bauen. Dabei stelle Davis, so der Rezensent, "dem Genozid an den indigenen Völkern" nun die Tatsache gegenüber, dass der "weiße Mann (...) sich nun selbst vergiftet und atomar verseucht". Bei dieser Darstellung lobt Becker vor allem den "narrativ-anschaulichen wie akribisch-konkreten Stil" des Autors. Auch die Ausführungen über die amerikanische "Gefängnisindustrie" und die Lateinamerikanisierung der USA hat der Rezensent offenbar mit großem Gewinn gelesen.
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