Maurice Valentine ist ein ehrgeiziger Architekt, und Las Vegas ist sein Dorado. Ein Hotel nach dem anderen zieht er in der Stadt des Glücksspiels und der leichten Liebe hoch, und dass sein Auftraggeber die Mafia ist, stört ihn nicht im geringsten. Man schreibt das Jahr 1956, und während draußen in der Wüste Atompilze aufsteigen und das Komitee für Unamerikanische Umtriebe in Hollywood nach Kommunisten sucht, winkt dem zynischen jungen Mann eine große Karriere. Man will ihn zum Senator machen. Da kreuzt eine kühle und zugleich leidenschaftliche Frau seinen Weg. Er hält sie für eine leichte Beute, aber erst als er mit einer Schussverletzung im Krankhaus liegt, wird ihm klar, dass er ein Spiel auf Leben und Tod spielt. Ein atmosphärisch dichter, romantischer Thriller aus der tiefschwarzen Serie: Der Held sitzt in der Falle, getrieben von Ehrgeiz und Angst, er ist unfähig, Schuld von Unschuld zu unterscheiden, echte und falsche Identität verschwimmen vor seinen Augen, das Böse ist bedrohlich und faszinierend zugleich. Wer Raymond Chandler, James Ellroy und Elmore Leonard schätzt, wird Richard Rayner lieben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2007
Einen Klasse-Thriller sieht Hannes Hintermeier in Richard Rayners Roman "Das dunkle Herz der Wüste". Die in den fünfziger Jahren in Las Vegas angesiedelte Rachestory um den Hochstapler und Architekten Maurice Valentine, der einer blonden Femme fatale verfällt, erinnert ihn stark an die Krimis Chandlers. Wie Rayner die Atmosphäre jener Zeit beschwört, hält Hintermeier schlicht für "mustergültig". Auch sprachlich fügt sich der Roman für ihn "mustergültig" in die "Schwarze Serie". Besonders gefallen hat ihm der souveräne Umgang mit Genreversatzstücken und die gekonnten Dialoge, die der indirekten Charakterisierung der Figuren dienen. Schließlich hebt Hintermeier hervor, dass Rayner in dem Roman auch dem Jazzmusiker Wardell, dessen Tod nie aufgeklärt wurde, ein "literarisches Denkmal" setzt.
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