Aus dem Bosnischen von Klaus Detlef Olof. Mit einem Nachwort von Ivan Lovrenovic. Hinter alphabetisch gereihten Kolumnen, die ihr Entstehen beliebigen Alltagsereignissen zu verdanken scheinen, verstecken sich poetische Miniaturen, die Gegensätzliches und Widersprüchliches verweben und erfahrbar machen. Im Mittelpunkt, so formuliert es Ivan Lovrenovic in seinem Nachwort, steht das infernale Thema des letzten Jahrzehnts des zweiten Jahrtausends: das der Grenzen und Entzweiungen. Aber die Poesie der Texte transzendiert das Trennende.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2001
Zwanglos und anspruchsvoll zugleich findet Rezensent "kmg" die Form dieser Prosasammlung. Seine Heimat Bosnien hat der Autor hier in Glossen und "luftigen Feuilletons" von A bis Z buchstabiert: "Ein bosnisches Alphabet". In den ursprünglich für die Zagreber Zeitung verfassten Beiträgen sieht der Rezensent "Versuche, dem Denken probeweise eine andere Richtung zu geben", und zeigt sich erfreut über die auf diese Weise ermöglichten Erhellungen. Dass ihn die bei aller Bemühung des Autors um Ausgleich und Rationalität immer wieder auch als bittere Anklagen daherkommenden Texte mitunter erschüttern, kann kaum verwundern. Dieses Alphabet verweist auf "Genozid" ebenso wie auf "Plünderung".
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