Die Internationale Handelskammer (ICC) wurde 1920 in Paris gegründet und ist ein weltweiter Verband von produktions-, finanz-, handels- und verkehrswirtschaftlichen Organisationen sowie von Firmen und Einzelpersonen des Wirtschaftslebens. In der Zwischenkriegszeit stellte die Internationale Handelskammer eine Art Pendant der Geschäftswelt zum vorwiegend politisch orientierten Völkerbund dar ("a business men's League of Nations"). Die größte Herausforderung der Internationalen Handelskammer war die Weltwirtschaftskrise 1929. Deshalb legt die Autorin ihren Schwerpunkt auf die Haltung der Internationalen Handelskammer zur "Großen Depression". Zu prüfen sein wird die These, daß die Internationale Handelskammer mit ihren wirtschaftspolitischen Empfehlungen ein Programm verfolgte, das die Weltwirtschaftskrise tendenziell hätte mildern können und das ein Kontrastprogramm zur tatsächlich verfolgten Politik der Regierungen darstellte. In diesem Zusammenhang wurde auch die Funktionalität der damaligen Ratschläge untersucht, d. h. ob sie, gemessen an dem gegenwärtigen ökonomischen Wissen, zweckmäßig gewesen wären oder nicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2001
Diese Dissertation setzt sich kritisch auseinander mit der Rolle der Internationalen Handelskammer während der Weltwirtschaftskrise. Im Hintergrund stehe dabei die Frage "nach der historischen Einordnung und Bewertung der Regierung Brüning und allgemein der Endphase der Weimarer Republik", wie der Rezensent Andreas Rödder zusammenfasst. Das Urteil, zu dem die Autorin komme, alle Regierungen würden bei der 'Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise versagt' haben findet Rödder jedoch zu einfach, denn das Problem sei vielschichtiger, wie auch diese Studie selbst nahe legen würde. Diese systematische Analyse würde daher auch zuletzt Einsicht in die mangelnde Steuerbarkeit der komplexen wirtschaftlichen Zusammenhänge bieten.
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