Zwischen Währungsreform und Wiedervereinigung besaß Kaffee als Wohlstandsindikator in Ost und West einen hohen Symbolwert im individuellen und gesellschaftlichen Selbstverständnis. Monika Sigmund zeigt in ihrer vergleichend angelegten und reich illustrierten Darstellung den Stellenwert und die emotionale Aufladung, die mit einer Tasse Kaffee verbunden waren. Der Kaffeegenuss war hier wie dort weit mehr als ein privater Akt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.03.2015
Kai Spanke hat Freude an Monika Sigmunds historischer Studie über die Ware Kaffee in der Bundesrepublik und in der DDR. Dass die Autorin Konsumgeschichte als Gesellschaftsgeschichte erzählt, scheint Spanke sinnvoll, derart eng, das lehrt ihn die Lektüre, sind und waren der Konsum von Kaffee, soziale Praktiken und Sinngebungsstrategien hüben wie drüben miteinander verzahnt. Es geht um Kaffeeschmuggel, Werbung, Kritik der Verbraucher und ein höchst wandelbares Image, von der Autorin laut Spanke mit reichlich Bildmaterial illustriert.
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