Michael Pollan

Kaffee Mohn Kaktus

Eine Kulturgeschichte psychoaktiver Pflanzen
Cover: Kaffee Mohn Kaktus
Antje Kunstmann Verlag, München 2022
ISBN 9783956144868
Gebunden, 284 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Thomas Gunkel. Von allem, was Pflanzen den Menschen zur Verfügung stellen - Nahrung, Medizin, Duft, Geschmack, Schönheit -, ist sicher das Kurioseste, dass wir sie nutzen, um unser Bewusstsein zu verändern: es anzuregen, zu beruhigen oder den Zustand unserer mentalen Erfahrung komplett zu verändern. Pollan erkundet drei sehr verschiedene psychoaktive Pflanzen - Kaffee/Koffein, Schlafmohn/Opium und den Peyote-Kaktus/Meskalin - und macht dabei klar, wie überaus seltsam ihre jeweilige Wirkung wahrgenommen, eingeschätzt und beurteilt wird. Die besondere Kultur, die sich um jede dieser Pflanzen gebildet hat, erforscht er unter anderem, indem er sie konsumiert (oder, im Fall von Kaffee, versucht, nicht zu konsumieren). Er erzählt von der enormen Anziehungskraft, die psychoaktive Pflanzen in allen Kulturen auf Menschen hatten und haben, und von den mächtigen Tabus, die mit ihnen verbunden sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2022

Rezensent Helmut Mayer wird neugierig auf die Wirkung von Meskalin und die "neuronalen Verwirrspiele in Gehirnen" beim Lesen von Michael Pollans offenbar anregender Geschichte psychoaktiver Pflanzenstoffe. Wie der Autor sein Thema angeht, natur- und kulturgeschichtlich tierische Resistenzen und unsere Kaffee- und Teesucht untersuchend, botanisch, historisch und mit persönlichen Erfahrungen, gefällt dem Kritiker gut. Abstecher in die Drogenpolitik, die Biochemie und den Ritus bereichern das Buch zusätzlich, findet Mayer.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 06.04.2022

Rezensent Michael Lange bekommt fast selbst Lust auf psychoaktive Pflanzen, so mitreißend schildert ihm der amerikanische Journalist und Autor Michael Pollan seine Versuche mit Koffein, Opium oder Meskalin. Pollan verzichtete beispielsweise auf Kaffee, um nach einer gewissen Abstinenz die morgendliche Wirkung mit voller Wucht zu erleben, machte aber auch illegale Selbstversuche mit Schlafmohn. Nicht zuletzt verdankt der Kritiker diesem Buch eine Menge an Wissenszuwachs.

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