Spätestens mit dem 7. Oktober wurde deutlich, wie verbreitet der Antisemitismus unter Muslimen weltweit, aber auch in Deutschland ist. Der muslimische Theologe Mouhanad Khorchide geht in seinem neuen Buch unter anderem den Fragen nach, warum der Antisemitismus unter Muslimen so viel Anklang findet, welche koranischen und theologischen Quellen als Grundlage des muslimischen Antisemitismus dienen, welche Allianzen ein radikalisierter islamischer Antisemitismus eingeht. Doch Khorchide bleibt nicht bei dieser Bestandsaufnahme stehen. Er versteht das Judentum als Grundlage des Islams und legt dar, wie das Judentum von Beginn an dem Propheten Mohammed als Grundlage und Legitimation für seine Verkündigung diente.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2025
Rezensentin Rainer Hermann gefällt es gut, dass Mouhanad Khorchide mit seinem Buch gleich mehrfach gegen den Strich geht: denjenigen, die dem Islam eine ureigene Feindschaft gegenüber dem Judentum zuschreiben, aber auch denjenigen, die mit Verweis auf den Koran den Hass gegen Juden predigen. Der in Münster lehrende Islamgelehrte will Schluss machen mit dieser zweifachen Verzerrung und verweist auf die bedeutende Rolle, die das Judentum für die Herausbildung des Islams spielte. Denn auch wenn die Sunna, die Überlieferung Mohammeds, vom Konflikt mit den jüdischen Stämmen in Medina berichtet und damit Motive und Bilder für den heutigen Antijudaismus geliefert habe, gebe es im Koran ebenso viele Passagen, die Respekt gegenüber der jüdischen Religion einforderten, wie Hermann in seiner dichten Rezension resümiert. Nicht zuletzt spiele Moses als Stifter des Monotheismus im Islam eine entscheidende Rolle, er werde sogar häufiger genannt als Abraham und Mohammed selbst.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…