Christian Heilbronn (Hg.), Doron Rabinovici (Hg.), Natan Sznaider (Hg.)

Neuer Antisemitismus?

Fortsetzung einer globalen Debatte
Cover: Neuer Antisemitismus?
Suhrkamp Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783518127407
Kartoniert, 494 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Mit Texten von Omer Bartov, Tony Judt, Judith Butler, Gerd Koenen und anderen. Worauf lassen wir uns ein, wenn wir Antisemitismus begreifen wollen? Meinen wir ein Gefühl, ein Ressentiment, eine Haltung, ein Gerücht oder gar nur ein Vorurteil über eine bestimmte soziale und kulturelle Gruppe, die Juden genannt wird? Ressentiments gegen Juden kommen von Rechten, Linken, der Mitte, von Muslimen, sogar von anderen Juden. Vor diesem Hintergrund ist es Zeit, Bilanz zu ziehen, und eine erweiterte Fassung des mittlerweile zum Standardwerk avancierten Sammelbandes zur Frage des "neuen Antisemitismus" vorzulegen. Die bisherigen Beiträge werden ergänzt um neue Texte, unter anderem zur aktuellen Situation in Großbritannien, Frankreich und Polen sowie um Erörterungen zur Agitation im Netz und um eine Untersuchung zu antisemitischen Einstellungen unter Flüchtlingen. Die älteren Texte sind jeweils zudem durch ein Postskriptum der Autoren angereichert. So ist das Buch nun mehr als ein Diskussionsband, es ist eine Dokumentation und eine Fortsetzung der globalen Debatte über den "neuen Antisemitismus" zugleich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.2019

Hannah Bethke findet die von Christian Heilbronn, Doron Rabinovici und Natan Sznaider besorgte erweiterte Neuauflage dieses erstmals vor 15 Jahren erschienenen Bandes sinnvoll und wichtig. Die Geschichte des Antisemitismus mit einem Blick auf aktuelle rechtspopulistische, antisemitische Entwicklungen in Ländern wie Frankreich, Iran, Amerika, Israel, Ungarn, Polen, Großbritannien u. a. zu verbinden, findet Bethke informativ und anregend. Die alten Texte mit neuem Postskriptum und die neuen Beiträge lassen sie erkennen, wie das Thema an Brisanz zugenommen hat. Sina Arnolds Text über den islamischen Antisemitismus und seine Verbreitung oder den Beitrag von Jan T. Gross, der die Geschichtsklitterung der polnischen PiS-Partei erläutert, liest sie mit Gewinn. Ratlos hingegen macht Bethke Judith Butlers umgeschriebener Beitrag im Band. Wie die Autorin den antiisraelischen BDS zu verteidigen versucht, verursacht ihr Schwindel.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.02.2019

Laut Alexandra Föderl-Schmid ist das Fragezeichen im Titel des von Christian Heilbronn, Doron Rabinovici und Natan Sznaider herausgegebenen Sammelbandes überflüssig. Das belegen die Beiträge im Band sogar wissenschaftlich, meint sie, ob nun Jan T. Gross den Antisemitismus in Polen oder Brian Klug entsprechende Entwicklungen unter Labour nachweist oder Monika Schwarz-Friesel in einer Langzeitbeobachtung Antisemitismus in der digitalen Ära begutachtet. In die gleiche Richtung weisen für sie die wiederholten Feststellungen des Aufstiegs der Rechten sowie weitere Ausführungen über linken Antisemitismus in den Texten. Ein insgesamt alarmierender Befund, so die Rezensentin.

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