Iqbal (1877-1938) war der erste muslimische Intellektuelle, dessen Schwerpunkt der Forschung westlich ausgerichtet war. Für ihn war der innere dynamische Geist der westlichen Kultur islamischen Ursprungs. Er argumentiert, dass "die europäische Kultur auf ihrer intellektuellen Seite nichts als eine Fortentwicklung einiger der wichtigsten Phasen der Kultur des Islam ist. Es gab einmal eine Zeit, als das europäische Denken von der Welt des Islam inspiriert wurde." Aber dann kam eine Zeit, in der die muslimische Welt in einen tiefen Schlummer fiel, mit dem Ergebnis dass "das religiöse Denken im Islam während der letzten fünfhundert Jahre praktisch stagnierte".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.02.2005
Muhammad Iqbal, 1877 geboren, von vielen als geistiger Vater Pakistans bezeichnet, wuchs in einem msytisch geprägten islamischen Elternhaus in Indien auf, studierte in Lahore, Cambridge und München und hatte sich bereits als Philosoph und Dichter einen Namen gemacht, als er 1930 seine große Schrift zur "Wiederbelebung des religiösen Denkens im Islam" verfasste, führt Wolfgang G. Schwanitz den Autor ein. Nun liegt sie erstmals auf Deutsch vor und der rezensent hat sie als äußert aktuelles Dokument gelesen. Iqbal fordert darin die islamischen Wissenschaftler auf, das europäische Denken zu studieren, um das eigene Denken zu revitalisieren, das unter der geistigen Herrschaft von Mullahs, Mystikern und Monarchen in einen jahrhundertlangen Schlaf gesunken war. Auch wenn die Zeit Iqbal Denken in einigen Punkten überholt habe, hält Schwanitz seinen Geist weiterhin für sehr erfrischend und lobt zudem die hilfreiche Einfürhung von Fateh Muhammad Malik.
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