S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN
9783103977134 Gebunden, 304 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Es ist Spätsommer und die Trauben sind reif, als Christina das Haus ihrer Großmutter Anni erbt. Hier, in einem kleinen Dorf bei Nürnberg, ist sie bei Anni aufgewachsen: Anni, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien nach Deutschland flieht. Anni, die ganz allein ihr Kind und ihr Enkelkind aufzieht und beim Quelle-Versand Pakete ins Wirtschaftswunderland verschickt. War das das Leben, von dem sie geträumt hat? Während Christina sich langsam von Anni und dem Haus verabschiedet, erkennt sie, was sie ihrer Großmutter wirklich verdankt: die Freiheit, loszulassen und selbst den Ort zu finden, wo das gute Leben zu Hause ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2026
Rezensent Andreas Platthaus freut sich, nach "Schwebende Lasten" von Annett Gröschner schon wieder einer "grandiosen Arbeiterinnenfigur" in der Gegenwartsliteratur zu begegnen. In Nadine Schneiders "Das gute Leben" geht es zentral um Anni, die nach ihrer Flucht aus Rumänien nach Deutschland 1964 drei Jahrzehnte lang beim Versandhaus Quelle als Verpackerin arbeitet. Erzählt wird von diesem "guten Leben", das für Platthaus die Hoffnung Annis aber auch das Geschäftsmodell von Quelle beschreibt, aus der Perspektive der Enkelin Christina; wie die Generation dazwischen, die Mutter Helene, erzählerisch weitgehend ausgespart wird, obwohl sie zuverlässigste Stimme der drei Frauen zu sein scheint, hält der Kritiker für einen spannenden Kniff. Vor allem aber beeindruckt ihn der Erfahrungsschatz der selbst rumäniendeutschen Autorin und ihre außergewöhnliche "psychologische Einfühlungskraft", mit der sie vor allem Annis Arbeitsmoral und ihre Versäumnisse als Mutter unter die Lupe nimmt. Wie Schneider dieses dreifache Generationenporträt über die Firma Quelle mit einer "Sozialgeschichte der Bundesrepublik" verbinde, ist für den Kritiker ein Meisterwerk.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…