Aus dem Englischen von Ekaterina Pavlova. Während Russland 2014 die Krim annektiert, kehrt Victoria in die Heimat ihrer Familie, die Ukraine, zurück. Dort ist sie geboren und aufgewachsen. Sie will verstehen, woher sie kommt. Wieso ist ihr Urgroßonkel Nikodim in den 1930er Jahren verschwunden, und warum ist seine Geschichte in der Familie seit fast einem Jahrhundert tabu? Valentina, ihre Großmutter, will ihr verbieten, Fragen zu stellen. Aber Victoria gibt sich nicht länger mit Ausflüchten zufrieden. Sie reist zum Haus mit den roten Sirenen, dem früheren Hauptquartier des sowjetischen Geheimdienstes, und zeichnet die Konturen vom Leben ihres Urgroßonkels nach. Die Vergangenheit wird dabei zu einem Schlüssel, ihre Herkunft und sich selbst zu verstehen.
Rezensent Christoph Haacker bekommt mit Victoria Belims Faniliengeschichte mehr als das: einen politischen Thriller, der die Autorin auf die Spuren von auf rätselhafte Weise aus dem Leben geschiedenen und totgeschwiegenen Verwandten führt, zu Stalins Holodomor in der Ukraine und zum SuperGAU von Tschernobyl. Wie die Figuren ihrer Erinnerung miteinander verbunden sind, was ihr Rätsel ist, erfährt Haacker in diesem Buch, das er für sehr eindrucksvoll hält.
Victoria Belims nur geringfügig fiktionalisierte ukrainische Familiengeschichte dürfte ihren Aufwind vor allem durch die Aktualität des Themas gewinnen, vermutet Rezensent Ronald Düker. Autorin wie Protagonistin werden in der Zentralukraine geboren und siedeln mit Zwischenstation in Kiew nach Amerika über - bis dann 2014 die Krim von Russland annektiert wird, schildert er den Ausgangspunkt der Geschichte. Die Familienquerelen um Fragen nach Familienzugehörigkeit und politischen Meinungsverschiedenheiten, von Stalinterror und Holodomor und Verwandten, die davon nichts wissen wollen, sind dem Rezensenten doch etwas zu detailreich. Aktuell, aber auf der literarischen Ebene ist er nur bedingt überzeugt.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…