Nadja Küchenmeister

Im Glasberg

Gedichte
Cover: Im Glasberg
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2020
ISBN 9783895612275
Gebunden, 112 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

In der jungen Lyrikgeneration ist Nadja Küchenmeister längst etabliert. Von ihren Büchern werden Nachauflagen gedruckt, ihr Werk wird mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Nun erscheint mit Im Glasberg ihr dritter Gedichtband. Die Sonne ist hier der Mond, ein "rauperich" schlängelt sich durch die Erinnerung, aber Vorsicht: "wer aufräumt, der begegnet sich, wie ungünstig." Und doch muss man immer weitergehen, "während / das herz wie eine biene schwirrt / honig sammelt im mittelfellraum."Diese Gedichte sind zart und schonungslos zugleich. Nadja Küchenmeister versteht es, Stimmungsbilder zu erzeugen, die uns nicht mehr loslassen. Dabei erneuern ihre Texte stets unseren Blick auf die Welt und öffnen Türen, wo wir keine vermuten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.07.2020

Thomas Steinfeld staunt über Nadja Küchenmeisters Vertrauen in den poetischen Ausdruck, in literarische Traditionen wie das Märchen und in den Alltag als Quell poetischer Verwandlungen. Küchenmeisters dritter Gedichtband hat für ihn etwas Kindliches, da in den Texten Ich und Du, Innen- und Außenwelt miteinander verschmelzen. Auch wenn der Rezensent eine Weile braucht, um sich in Küchenmeisters "Zwischenwelten" zurechtzufinden, am Ende erschließen sich ihm "Klang- und Sinnspiele", "böse Pointen", auch beinah Sentimentales sowie die ein oder andere "kleinere Überraschung".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.03.2020

Rezensent Björn Hayer hört aus diesen Gedichten den "typischen Küchenmeister-Blues" heraus, der von Verlust, Einsamkeit und unwiderbringlichen Zeiten erzählt. Die Lyrikerin besucht ihr altes Zuhause und sucht das Ich, das dort eins wohnte, lesen wir. Dabei bleibt vieles ein Rätsel, schreibt Hayer, dem das gut gefällt. Denn Nadja Küchenmeister verliert sich auch nicht im Nebel: Dafür hat sie viel zu viel sprachliches Formbewusstsein, lobt der Rezensent und lauscht mit der Dichterin: "Aus der ferne // dringt das hintergrundrauschen / alles versäumten".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2020

Nadja Küchenmeisters Gedichte scheinen Christian Metz, der den Band zusammen mit einem neuen Band von Marion Poschmann bespricht, deutlich im Realen zu wurzeln, auch wenn der titelgebende Handlungsort auf Grimms Märchen verweist, wie der Rezensent erläutert. Dokumentarisch im Duktus bieten ihm die Texte eine "identifizierbare" Realität, einen Fensterblick, den Gedanken ans Altern, eine Paarbeziehung oder die Rückkehr an die Orte der Kindheit. Beide, Küchenmeister und Poschmann, sind für Metz große Dichterinnen, was ihn angesichts ihrer eklatant unterschiedlichen Ansätze um so glücklicher macht.

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