Aus dem Dänischen von Peter Urban-Halle. Fünfzehn lakonisch erzählte Geschichten über den modernen Menschen. Sie handeln von Männern und Frauen, die in ihren brüchigen, unsicheren Liebesbeziehungen eingesperrt sind, in denen sich permanent Risse zeigen, wo eigentlich Vertrauen herrschen sollte. Sie handeln von Untreue, von der Angst vor Anforderungen und der Jagd nach dem eigenen Vorteil. Und sie handeln davon, wie verletzlich das ganze System ist. Wie leicht kommt es zu Kratzern in der glatten Oberfläche, und ein Abgrund von Wahnsinn tut sich auf.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2009
Aldo Keel bewundert die kühle Sachlichkeit, mit der Naja Marie Aidt ihre Geschichten vom Kippen des Glücks ins Bedrohliche, Verletzende und Gewaltsame erzählt. Als Formel für die fünfzehn hier versammelten Erzählungen vermutet Keel das Gesetz von der kleinen Ursache mit der großen Wirkung. Der Effekt hat für ihn surreale Züge. Allerdings gilt ihm der bereits 2006 im dänischen Original erschienene Band zuvorderst als ein "Menetekel der drohenden Katastrophe", die uns jetzt im Griff hat. In den Texten stößt der Rezensent immer wieder auf Sinnbilder unserer von Gier und Genusssucht geprägten Individualgesellschaft.
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