Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence. Was braucht es, damit endlich Frieden herrscht zwischen Israelis und Palästinensern? Der gefeierte jüdisch-amerikanische Schriftsteller Nathan Englander erzählt drei unwahrscheinliche Liebesgeschichten, die ineinander verschlungen sind und um diese zentrale Frage kreisen. Ein Mossadspion, der schon seit zwölf Jahren in einem geheimen Gefängnis eingekerkert ist, und sein Wärter. Ein General, der als Einziger von diesem Gefangenen weiß, aber seit Jahren im Koma liegt, und seine innigste Vertraute. Und ein Mann und eine Frau, die sich leidenschaftlich lieben, aber ebenso leidenschaftlich für ihr jeweiliges Land kämpfen - er ist Palästinenser, sie Israelin.
Für Michael Watzka ist Nathan Englanders Roman um einen abtrünnigen Mossad-Spion nicht zuletzt ein Plädoyer für eine bilaterale Lösung in der Auseinandersetzung zwischen Israel und Palästina. Dass die Hoffnung auf Frieden weniger bei den Politikern liegt als im Alltag der Menschen in der betroffenen Region, vermittelt Englander laut Watzka anhand von mehreren aufeinander zulaufenden Handlungssträngen und einer Vielzahl von lebendig entfalteten Schicksalen, an denen der Autor die problematische Gemengelage exemplifiziert. Wie die Figuren im Buch ihre eigenen Positionen dialogisch immer wieder infrage stellen und überwinden, erscheint Watzka als gutes Beispiel.
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