Aus dem Amerikanischen von Karsten Singelmann. Justyce McAllister ist einer der Besten seiner Klasse, Captain des Debattierclubs und Anwärter auf einen Studienplatz in Yale - doch all das interessiert den Polizisten, der Justyce die Handschellen umlegt, nur wenig. Der Grund für seine Verhaftung: Justyce ist schwarz. Und er lebt in den USA im Jahr 2017.
Mit Briefen an sein großes Vorbild Martin Luther King Jr. versucht Justyce, dem alltäglichen Rassismus etwas entgegenzusetzen. Und dann ist da noch Sarah-Jane, seine kluge, schöne - und weiße - Debattierpartnerin. Als jedoch sein bester Freund Manny erschossen wird, scheint es, als ob selbst Martin Luther King Jr. keine Antwort mehr für Justyce bereithält.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.09.2018
Kim Maurus stößt auf harte Fakten in Nic Stones Roman über einen jungen Schwarzen, der in die Mangel US-amerikanischer Polizeigewalt und Willkür gerät. Was am Text zunächst gezwungen auf Maurus wirkt - Briefe des Protagonisten an Martin Luther King Jr., abstrakt wirkende Transkripte von Schuldiskussionen, Berichterstattung der Medien - zeigt im weiteren Verlauf Wirkung, und Maurus erkennt den Sinn dieser Textarten. Dass die afro-amerikanische Autorin nicht politisch schreibt oder verbittert wirkt, sondern nüchtern den Alltag der Figur dokumentiert, macht für Maurus letztlich die Bedeutung des Jugendbuches aus.
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