Wer schützt uns vor dem Sicherheitsstaat? Ist Europa wirklich der Hort von Freiheit und Menschenrechten, als der es sich gerne darstellt? Oder kommt es unter dem Vorwand der Bekämpfung von "illegaler" Einwanderung, Kriminalität und Terrorismus zu einem schleichenden Abbau demokratischer Grundrechte und rechtsstaatlicher Garantien? Über einen Zeitraum von 25 Jahren hat sich Nicholas Busch als "eingreifender Beobachter" intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Das Buch versammelt Recherchen und Berichte zu einzelnen Ländern (darunter Deutschland, Frankreich, Portugal, Österreich, Schweiz und Schweden) ebenso wie fundierte Analysen zum fortschreitenden Sicherheitsdenken auf europäischer Ebene. Dazu ein Gespräch mit Friedrich Dürrenmatt. Keine Verschwörungstheorien werden bemüht, aber Zusammenhänge sichtbar gemacht: die Mutation vom sozialen Wohlfahrtsstaat zum Sicherheitsstaat neoliberaler Prägung, Prozesse einer weltweiten Segregation zwischen Arm und Reich. Gerade in der Rückschau, die das Buch ermöglicht, wird deutlich, an welchem Punkt der Entwicklung wir heute stehen.
Rezensent Armin Osmanovic begrüßt die Edition dieser Texte des 2005 früh verstorbenen Autors über die europäische Einbürgerungspolitik, die er in weiten Zügen auch als eine Art Apartheidspolitik beschrieben fand. Man müsse den Einschätzungen oder Schlussfolgerungen des Autors nicht immer zustimmen, um seine Analysen oder Polemiken lesenwert zu finden, schreibt der Rezensent auch. Am stärksten findet er das Buch, wo sein Autor als Aktivist konkrete Maßnahmen vor Ort beschreibt, und der Rezensent scheint die Hoffnung von Nicholaus Busch zu teilen, durch solche Aktionen und Initiativen die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Politik zu interessieren.
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