Naturkatastrophen - eine Geschichte der Vorsorge und des Wandels moderner Gesellschaften. Naturgefahren sind ein fester Bestandteil der Menschheitsgeschichte. Seit jeher zählen sie zu den Herausforderungen gesellschaftlicher Entwicklung ebenso wie die Suche nach Schutz vor ihnen. In der Moderne richtete sich jedoch die Beziehung zur Natur neu aus: Man wollte die Zukunft nicht mehr passiv erleben, sondern aktiv gestalten. Es stellte sich der Anspruch ein, die Natur "berechnen", "kalkulieren" und "versichern" zu können. Nicolai Hannig widmet sich in seinem Buch einem ausgesprochen aktuellen Thema: wie die Idee der Vorsorgemaßnahmen gegenüber Naturkatastrophen den Wandel moderner Gesellschaften prägte. Er zeigt, wie sich Menschen seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert vor der zerstörerischen Kraft der Natur schützten, wie sie dabei ganze Landschaften umgestalteten, wissenschaftliche Disziplinen erfanden und Versicherungen gründeten, wie sie Naturgefahren in ihren Alltag integrierten, wie sie mit ihnen und sogar von ihnen lebten. Ausgehend von Deutschland und der Schweiz präsentiert der Autor eine zuerst europäische, dann globale Perspektive. Wie sich individuelle, privatwirtschaftliche und staatliche Akteure mit dem Thema der Naturkatastrophen auseinandersetzten, ist ein repräsentatives Lehrstück für die Geschichte der Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2019
Claudia Mäder bedauert, dass sich der Historiker Nicolai Hannig in seinem Buch über den Wunsch des Menschen, die Natur zu beherrschen, auf die Zeit bis zum Ende 20. Jahrhundert beschränkt. Wie sich das menschliche Wirken zwischen Eingriff und Schutz der Natur heute gestaltete, muss sie sich selber erschließen. Anregungen dazu gibt ihr der Band mit seiner detailreichen Darstellung menschlicher Anstrengungen, die Natur in den Griff zu bekommen, vom Wasserbau über den pragmatischen Umgang mit Naturkatastrophen bis zum Wolkenbeschuss, allerdings durchaus.
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