Aus dem Italienischen von Peter Klöss. Die Kinder sammeln ihre Erfahrungen in Kämpfen mit Jugendbanden und mit der Polizei. Dolche und Molotowcocktails, bald auch Pistolen kommen zum Einsatz. Vom Straflager sprechen sie wie andere vom Militärdienst oder den sonstigen Aussichten eines Erwachsenenlebens. Die Alten dagegen, die "Großväter", bringen ihnen durch selbst erlebte und beglaubigte Exempel Freundschaft, Loyalität, Freigebigkeit und die Pflicht, Kinder, Alte und Behinderte zu schützen, bei sowie die strengen Urki-Regeln erlaubter Gewaltanwendung. Infolge einer Festnahme wird Nicolai rekrutiert und muß auf russischer Seite an den Kämpfen in Tschetschenien teilnehmen bis ihm der Absprung gelingt, nach Italien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2010
Wieso Roberto Saviano ausgerechnet diesen Autor als Mentor begleitet, scheint sich Sabine Berking zu fragen. Vorliegenden Roman über die Gesetze des legendären sibirischen Verbrecherklans der Urki, dem der inzwischen in Italien lebende Autor selber angehörte, über Theorie und Praxis des Verbrechens, findet sie jedenfalls ziemlich schlicht. Sprachlich, aber auch was die Darstellung der Gangster betrifft. Die bedient laut Berking vor allem das guten alte Robin-Hood-Schema: Sie nehmen's den Reichen, um es den Armen zu geben. Das lässt sich Berking nun nicht auf Brot schmieren. Über interessante historische und soziologische Zusammenhänge, etwa über die Blüte der Urki im Stalinismus, erfährt sie hingegen nichts.
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