"Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser", verkündete Wilhelm II. 1898. Unter der Ägide des Admirals Alfred von Tirpitz wurde eine Flotte aufgebaut, die der Stolz des Kaiserreiches war. Durch sie sollte aus der Kontinentalmacht Deutschland eine See- und Weltmacht werden. Im Ersten Weltkrieg wurde diese Hoffnung zerstört. Wegen der britischen Blockade-Strategie kamen die gigantischen Großkampfschiffe kaum zum Einsatz. Vor allem die Offiziere waren tief enttäuscht darüber. Zur Rettung der vermeintlich verlorenen Ehre entstand 1918 der Plan einer letzten großen Entscheidungsschlacht gegen die Royal Navy. Die Befehlsverweigerung der Mannschaften markierte den Beginn der Revolution in Deutschland. Die Flotte wurde im englischen Kriegshafen Scapa Flow interniert. Dort hat sie sich im Juni 1919 selbst versenkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2013
Neue Maßstäbe in Sachen Geschichtsschreibung erkennt Werner Rahn in diesem Band von Nicolas Wolz. Der Autor, findet er, schließt mit der ersten modernen Gesamtdarstellung des Seekriegs zwischen Deutschland und Großbritannien 1914-18 nicht nur eine Lücke in der Geschichtsschreibung. Er macht das auch äußerst raffiniert, indem er mittels Briefen und Tagebüchern die Lebenswelten der Offiziere und Mannschaften auf beiden Seiten miteinbezieht. Spannend, informativ und gut lesbar findet Rahn das Ergebnis. Zweifel und Sinnkrisen der Marinesoldaten werden dem Rezensenten offenbar, Hungersnöte und Gehorsamsverweigerungen sowie die unterschiedlichen Umgangsweisen der Führungskräfte damit. Ein umfangreicher Anmerkungsteil mit Register und den Originalquellen runden den Band für Rahn ab zum beispielhaften Werk.
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