Aus dem Neugriechischen von Birgit Hildebrand. Sommer 1940, irgendwo in Arkadien. Ein ganzes Dorf erhebt sich und lyncht seinen berühmtesten Einwohner, den Asketen und Wundertäter Joannis Orphanos. Die fanatische Verehrung der Dorfbewohner hatte den Mann einst über Nacht zum religiösen Star gemacht. Nebenbei war das Dorf zu einer reichen und angesehenen Pilgerstätte avanciert. Doch plötzlich droht Orphanos aus seiner Rolle zu fallen und schlagartig kehrt sich die Verehrung in brutalen Hass um. Mit dem Tode ringend beichtet Orphanos dem achtzehnjährigen Stathis die wahre Geschichte seines Lebens. Die Last dieser Beichte bringt den jungen Mann schließlich selbst ins Kreuzfeuer der Angriffe. Als Orphanos sechzig Jahre später als Märtyrer heilig gesprochen werden soll, beschließt Stathis, sein Schwegen zu brechen. Eine packende Allegorie auf den modernen Starkult.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2006
Dieses Buch, gibt Annette Zerpner enttäuscht zu Protokoll, ist keine mediterrane Variante eines Vater-Brown-Krimis, nein. Der Rezensentin zufolge verschießt dieser zweite Roman von Nikos Panajotopoulos nicht nur bereits auf Seite drei sein gesamtes Pulver und befindet sich auf dem Spannungsbogen eigentlich ständig auf Talfahrt, er kann sich auch nicht entscheiden: Ist die Geschichte vom falschen Heiligen nun Satire oder Folklore? Zerpner ist allerdings dermaßen bedient von der misslungenen Dramaturgie, einer geschwätzigen Erzählerfigur und der Unwesentlichkeit der Ereignisse (die Schilderungen der Seelenlage des Helden hält sie für die gelungensten Passagen), dass es ihr fast gleichgültig erscheint: Ach, hätte der Autor sein "knarzendes Erzählräderwerk" doch erst gar nicht angeworfen! Als knappe, mit leichter Hand ironisch gebrochene Legende kann sich Zerpner den Text nämlich durchaus vorstellen.
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