Herausgegeben von Ulrike Dembski und Alexandra Steiner. Aus religiösem Ritus heraus entwickelte sich das japanische No-Theater während des 14. Jahrhunderts zum Theater des Shogun-Hofes. Dieser elitäre Charakter zeigt sich in der Verwendung edelster Materialien für Bühne, Kostüme und Requisiten. Der Inhalt der Stücke ist meist alten Legenden entnommen und spiegelt den Einfluss des Zen-Buddhismus wider. Im Mittelpunkt steht die Begegnung des Menschen mit der Welt des Spirituellen und Unsichtbaren. Die eigentliche Handlung jedoch ist die Entfaltung des Charakters und des seelischen Zustands des Akteurs. No wird bis heute nur von männlichen Schauspielern gespielt, seine Kunst wird von Generation zu Generation weitergegeben. Jede Bewegung, jeder Handgriff ist ritualisiert: Erst in deren perfekten Beherrschung offenbart sich die Individualität des Meisters.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2003
Richtiggehend verzaubert ist die Rezensentin mit dem Kürzel "hera" von diesem Buch über die alte japanische Theaterform No, bei der die Geschichtszüge des Darstellers völlig erstarrt sind. Die zu dieser Theaterkunst gehörenden Masken sind dafür aber umso expressiver. Der Bildband veranschaulicht nach Meinung der Rezensentin recht gut, was das besondere am No Theater ist, bei dem der Akteur sich "so lange in sein maskiertes Spiegelbild versenkt, bis der durch die Maske verkörperte Seelenzustand ganz von ihm Besitz ergreift". Nicht nur darüber, sondern auch über die Hintergründe, die "mythologische Ikonografie" der Gewänder und die 600-jährige Geschichte der Kunstform informiert der Band nach "heras" Meinung sehr anschaulich.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…