Rolf Hochhuth ließ mit dem weltweit wirkungsvollen Papst-Drama "Der Stellvertreter" die Bühne erstmals wieder zum Ort politisch-gesellschaftlicher Auseinandersetzung werden. Auch in den folgenden Theaterarbeiten, seinen streitbaren Essays, Erzählwerken und Gedichten gab er den Opfern und Verlierern der Geschichte Stimme - ein Störer im Schweigen derer, die immer "nichts gewusst" haben wollen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2011
Sichtlich bemüht, dem heute kaum noch ernsthaft als großer Autor in Erwägung gezogenen Rolf Hochhuth gerecht zu werden, scheint diese nun erschienene Biografie. Aus demselben Geist wird sie von Oliver Jungen besprochen. Durchaus ehrenwert findet er das Bemühen der Verfasser, über den "Stellvertreter", das eine Stück, das Hochhuths Weltruhm schuf und den Rest seines Wirkens dann in den Schatten gestellt hat, hinauszugehen. Wie weit er ihre Ansicht teilt, dass auch in der Prosa und in den Essays ein wichtiger Autor noch und wieder zu entdecken sei, wird nicht ganz und gar klar. An Jungens Sympathie für einen Schriftsteller, der schreibt, um in der Welt etwas zu bewirken, bleibt aber kein Zweifel.
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